Be oK-Fachtag 2 – Themenfeld Unternehmenskultur

Klischeefreie Unternehmenskultur als Chance für ein erfülltes (Erwerbs-)Leben

12.10.2021, 13.45-18.00 Uhr - Bremen, Mercedes-Benz AG / Kundencenter, Südflügel

Stärken erkunden, Interessen ausloten und Klischees hinterfragen – darum geht es in dem Projekt „Be oK – Berufsorientierung und Lebensplanung ohne Klischees“. Initiiert durch die Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) und unter fachlicher Begleitung eines Netzwerks regionaler Partner:innen finden bis November 2022 interaktive „Erlebnis-Projekttage“ an Schulen der Metropolregion Nordwest statt. Übergeordnetes Ziel von Be oK ist es, einen neuen pädagogischen Ansatz für Lehre, Fachkräftefortbildung, Wissenschaft und Unternehmenskultur zu entwickeln und damit einen Beitrag dazu zu leisten, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Nach Abschluss der Modellphase des Projektes richten wir beim 2. Fachtag den Blick auf die Relevanz von Klischeefreiheit in der Unternehmenskultur – auch bezogen auf die Chancen für die Fachkräftegewinnung. Wissenschaftliche Erkenntnisse, Best-Practice-Beispiele und neue, praxisorientierte Handlungsvorschläge sollen als Bereicherung für den eigenen institutionellen Bereich dienen. Hierzu laden wir Fachkräfte aus dem Übergang Schule-Beruf, der betrieblichen Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung, den Kammern, dem Hochschulbereich, Beiratsmitglieder sowie Projektpartner:innen ganz herzlich ein.

Das detaillierte Programm finden Sie untenstehend sowie im Flyer: >>>

Anmeldung bis zum 04. Oktober 2021 per E-Mail an: anmeldung@frauen.bremen.de unter Angabe der Kontaktdaten und des Forums, an dem Sie teilnehmen möchten (mit Erst- und Zweitwunsch)

Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln. Weitergehende Informationen dazu erhalten Sie zusammen mit der Anmeldebestätigung.

Programm

Moderation: René Domschat, Sinus Agentur für Kommunikation

13.45 Uhr Ankommen und Get-together

14.15 Uhr Begrüßung
Bettina Wilhelm, Landesfrauenbeauftragte

14.40 Uhr
Was bedeutet Klischeefreiheit in der Unternehmenskultur und welche Chancen eröffnen sich?

Philip Herzer, Bundesinstitut für Berufsbildung (bibb)

15.25 Uhr Best-Practice-Beispiele
• Betriebliche Ausbildung im Mercedes-Benz Werk
• Be oK-Module / Projektstelle Be oK, ZGF
• Rent a Teacherman / Prof. Dr. Christoph Fantini, Uni HB
• Nachwuchsgewinnung im Handwerk / Sonja Hespenheide-Hollweg, Lehrlingswartin der Maler- und Lackiererinnung

15.50 Uhr Kaffeepause

16.05 Uhr Zielgruppengerichtete Foren

17.15 Uhr Meet & Eat/Pause

17.30 Uhr Handlungsvorschläge aus den Foren

17.55 Uhr Projektausblick

18.00 Uhr Verabschiedung – Ende der Veranstaltung

Forum 1 – Klischeefreie Role Models kennenlernen
Nicole Rosenboom, Projektkoordinatorin / ZGF & Moderierende /Role Models, die bei den Be oK-Projekttagen im Einsatz sind
Für alle, die Jugendlichen das Kennenlernen geschlechteruntypischer Berufe anhand von Vorbildern ermöglichen möchten.

Forum 2 – Klischeefrei Nachwuchskräfte gewinnen
Dr. Ruth Müntinga, Projekt GunA / Universität Bremen
Für alle, die Impulse in der internen und externen betrieblichen Kommunikation setzen wollen, damit sich mehr Jugendliche auf geschlechteruntypische Ausbildungsplätze bewerben.

Forum 3 – Klischeefreie Unternehmenskultur ausbauen
Timm Kroeger, Projekt GunA / Universität Bremen
Für alle, die wirksame innerbetriebliche Impulse für eine gelebte klischeefreie Unternehmenskultur und -politik setzen wollen.

Forum 4 – Klischeefrei an Hochschulen studieren
Andrea Quick, Referentin „Frauen in Arbeit und Wirtschaft“ / ZGF
Für alle, die junge Menschen bei einer klischeefreien Studienwahl und während des Studiums in einem geschlechtsuntypischen Fach unterstützen möchten.

Referent Philip Herzer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesinstitut für Berufsbildung (bibb). Im Forschungsprojekt „Bildungsorientierungen und -entscheidungen von Jugendlichen im Kontext konkurrierender Bildungsangebote“ befasst er sich mit der Frage, welche Faktoren entscheidend für die Berufswahl junger Menschen sind und wovon diese Faktoren beeinflusst werden. Berufliche (Um-) Orientierung ist ihm auch im Persönlichen ein vertrautes Feld – bevor er sich der Sozialwissenschaft widmete, arbeitete er unter anderem als Fotodesigner, Ingenieur und Netzwerkkoordinator in der MINT-Förderung.

Beim Thema „Berufliche Orientierung“ stehen häufig die Neigungen, Stärken und Interessen junger Menschen im Mittelpunkt. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen neue Perspektiven auf. So konnte Stephanie Matthes in ihrer aktuellen Arbeit zeigen, dass gerade die Berufe, die nicht gewählt werden, viel über den Prozess der Berufswahl junger Menschen verraten. Soziale Anerkennungsbedürfnisse stellen einen entscheidenden Faktor dar, der zum Ausschluss von bestimmten Berufen führen kann.
Diese Ansicht wird auch von Ulrich Weiß geteilt. Die Einschätzung, welche Berufe mit hoher Anerkennung verbunden sind, beruht auch auf klischeehaften Vorstellungen. Anhand dieser und weiterer wissenschaftlicher Ergebnisse und Modelle werden im Vortrag mögliche Strategien aufgezeigt, wie im Kontext der Berufsorientierung junger Menschen mit beruflichen Klischees umgegangen werden kann.